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Rückblicke, Einblicke, Ausblicke September 2018

Hallo miteinander, 

da wäre ich wieder. Und dieses Mal mit einem Thema, das mir seit Wochen im Kopf herumspukt: Musik. Was bedeutet sie mir? Noch? Wieder? Wie nutze ich sie? Was macht sie mit mir? Aber von vorn: 

 

Wer schon einmal ein bisschen auf den Websites und in den sozialen Medien bei anderen Autoren geschnüffelt hat, weiß, dass Musik für die schreibende Zunft oft eine tragende Rolle spielt. Viele nutzen bewusst Musik, um eine passende Atmosphäre für gewisse Szenen oder auch ganze Bücher zu schaffen. Manche Kollegen haben ganze Playlists für einzelne Bücher oder erschaffen aus den Lyrics eines wie auch immer gearteten Songs - traurig, sexy, aufregend, fröhlich - ganze Welten; einfach, weil die Kombination aus Klang und Wort so inspirierend ist.

 

Bei mir ist das ein wenig anders, auch wenn Musik für mich schon immer eine elementare Wichtigkeit hatte. Sie war mir lange viel wichtiger als das Schreiben. Sie war meine Leidenschaft, mein Beruf, mein Ventil, mein Antrieb und manchmal auch das einzige, woraus ich Kraft ziehen konnte. Letzteres geht wahrscheinlich vielen Jugendlichen so, wenn sie einmal ins Schwimmen geraten sind. Dann kann es einfach helfen, sich von einer Fremdquelle antreiben, trösten oder auch manchmal wütend machen zu lassen, damit der ganze unterdrückte Hustle mal rauskommt. 

 

Dennoch gehöre ich nicht zu den Schreiberlingen, die mit Playlists arbeiten. Das liegt daran, dass Musik auf mich häufig eine extrem aufpeitschende Wirkung hat. Das heißt, am Ende der Playlists wäre nichts geschrieben, die Lautsprecher halb durchgeschmort, vermutlich der Schreibtischstuhl umgerockt, eine Flasche Wasser umgeworfen und sämtliche Mitbewohner unabhängig von der Anzahl ihrer Beine tödlich genervt. Ihr seht, damit käme man nicht weit. (Ausnahme bildet hier übrigens die Klassik. Bei der springt ich seltener aus dem Stuhl. Wäre auch irgendwie ... unpassend.) 
Trotz dieser ... nennen wir es ... Inkompatibilität ist Musik für mich allgegenwärtig, im wahrsten Sinne des Wortes. Dank moderner Technik verschwinden zwar viele geliebte Medien, aber ich sage euch: Es ist schon sehr praktisch, wenn man die meisten Räume im Haus mit Lautsprechern bestückt hat, die auf einen gemeinsamen Server zugreifen und man sie alle alle alle querschalten kann. Dann hopst das alte Häuschen beinahe. ;)

Aber wo wollte ich hin? 
Musik. Wichtig. Inspirierend. Bei mir halt nicht während des Schreibens, sondern vorher, nachher, zwischendurch. Und besonders beim Laufen und überhaupt, wenn ich unterwegs bin. Dann entstehen Bilder in meinem Kopf, dann verweben sich Klang, Text und Idee und dann kommen meinen Protagonisten auch grundsätzlich die dümmsten Ideen. 

Ich bedauere es nach wie vor sehr, dass ich aus dem aktiven Musikgeschehen ausgestiegen bin. Mir fehlt an manchen Tagen mein alter Job, mir fehlt es, in neuen Noten zu wühlen und eine Lieferung mit neuen Gitarren zu prüfen. Mir fehlt es, uralte Kundeninstrumente zu bewundern und aufzuarbeiten. Und natürlich fehlt es mir sehr, selbst zu spielen. Sei es in einer Band, in einem Orchester oder natürlich in meiner geliebten Big Band aus Schulzeiten. 

Ich glaube, diese Lücke ist daran schuld, dass ich auch beim "Musikhören" in den letzten Jahren mit weniger Leidenschaft dabei war als früher. Mir weniger neue Bands angehört und weniger Festivals besucht habe. Andererseits: Bei einem Fundus von rund 1200 Musik-CDs braucht man vielleicht auch gar nichts Neues. *g* 

 

 

Wie dem auch sei: Dank des oben erwähnten Servers ist die Musik für mich greifbarer denn je. Derzeit shuffle ich mich zu Beispiel durch die ersten vier Buchstaben des Alphabets und versuche, halbwegs stimmige Playlists zu erstellen, unterteilt nach groben Musikrichtungen. An manchen Tagen gibt das Sprünge ... Ihr möchtet es lieber gar nicht erst wissen. 

Und weil mir bei der Gelegenheit bewusst geworden ist, wie unglaublich wichtig Stimmen, Texte, Instrumente, Klänge für mich sind, habe ich mich entschieden, hier auf der Website eine neue Unterkategorie zu basteln. 
Ihr findet sie zukünfig unter Schnick & Schnack und heißt Die Unendliche Playlist. Dort möchte ich euch das eine oder andere zu einzelnen Tracks erzählen und sie auch für mich einfach mal sammeln.

Wenig ist so wunderbar wie Musiksammlungen, die man sich selbst gebastelt hat. Erinnert ihr euch noch an die guten alten Mix-Tapes? Auf denen ihr jeden Fehler kanntet und die ihr mit Tesa-Film geflickt habt, wenn sie wieder mal gerissen sind? Hach ja ... *verliebt guck*

 

Ja, ihr merkt schon. Ein großes Thema! 
Was gibt es sonst noch so am Niederrhein? 

Immer noch das Würfelspiel natürlich. Hab Ciaran kürzlich mal streng ins Gebet genommen und ihm klar gemacht, dass es nicht gesund ist, sich dermaßen den Kopf zu zerbrechen. Jedenfalls nicht seitenlang. *hust* Und Kjell... dem geht's gerade nicht so gut. Daher schenke ich mir bei ihm schlaue Ratschläge und pass lieber auf, dass er nicht erfriert. Oder dehydriert. Oder irgendwelchen Unfug macht, der ihn doch noch den Hals kosten könnte. 

Nebenbei halte ich mit einer Hand eine Idee für eine Kurzgeschichte von mir. Die kann ich jetzt echt nicht brauchen. Ich habe meinen Zeitplan nämlich so umgestellt, dass ich den ganzen November "würfeln" werde und somit wieder beim NaNo dabei bin. Ich freu mich tierisch darauf, weil ich dieses Jahr beide Camps ausfallen lassen musste. Immerhin geht es beim NaNo ums Neuschreiben und nicht ums Feilen. 

Ansonsten bin ich zurzeit sehr viel in Wald und Wiese unterwegs. Die Kombination "Laufen" und "Musik" funktioniert nämlich ganz hervorragend. Über den Sommer bin ich ziemlich in Trainingsrückstand geraten. Das rächt sich jetzt ein bisschen. Aber an der Stelle geht mir mein Kreislauf doch vor die Fitness. Niemand hat etwas davon, wenn ich irgendwo zwischen Bach und Feldweg umfalle wie eine Fliege, nicht wahr? 
Ich versuche auch allgemein einfach viel draußen zu sein. Der Herbst ist schon da, der Winter ist nicht mehr so schrecklich fern und ich will vorher noch so viel frische Luft und Sonne wie möglich tanken, bevor ich wieder knötterig um vier Uhr am Fenster hocke und mich beschwere, dass es zu früh dunkel wird. 

Also ab aufs Rad, in die Laufschuhe, in die Wanderstiefel und los geht's! 

Apropos los geht's: Ich will an dieser Stelle schlussmachen und zurück nach Castra Vetera wuseln. Da habe ich nämlich rüde unterbrochen, um den Eintrag hier zu verfassen. Und wer war schuld? Natürlich. Der Song, der heute morgen als Weckmusik lief und diesen ganzen Sermon ausgelöst hat. Ihr erkennt das Problem? ;)

GLG
Raik 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Piccolo (Donnerstag, 13 September 2018 13:19)

    Hallo Raik,

    und wieder ein sehr interessanter Beitrag. Es ist immer wieder spannend einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

    Musik ist für mich auch sehr wichtig. Auf Arbeit muss das Radio die ganze Zeit laufen. Auch wenn es etwas lauter wird und man nicht hinhört, die Gewissheit, dass da im Hintergrund etwas dudelt ist sehr beruhigend. Und Autofahren ohne Musik geht gar nicht. Wobei ich da gerne gelegentlich auch mal zu einem Hörbuch greife. Meistens wenn ich zu faul bin das betreffende Buch lesen zu wollen ;)

    Viele Grüße
    Piccolo

  • #2

    Raik (Montag, 17 September 2018 12:13)

    Huhuhu.

    in aller Schnelle: es war mir ein Bedürfnis. <3 Ich date entsprechend immer mal up, wenn mir was einfällt/über den Weg läuft. Zur Zeit sind das immer ganz viele treibende, energetische Songs - Laufzeit. ;)
    Zu deiner jüngsten Mail - wah, ich bin jetzt allein bei dir DREI im Stückstand! -: Ja, sind sie. ;)

    GLG
    Raik

  • #3

    Piccolo (Montag, 17 September 2018 13:51)

    Hey^^

    Nur bitte keinen Stress. Ich erwarte auch keine Antworten auf die Mails. Ich spamme dich damit ja gerade so ein bisschen zu.

    LG Piccolo