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Rückblicke, Einblicke, Ausblicke November 2018

Liebe Leser, 

 

der November geht dem Ende entgegen - und zwar in ... *blick auf die uhr* ... fünf Stunden. Ui, was war das ein arbeitsreicher Monat. Aber ich bereue nichts. Manchmal ist es so wunderbar, wie sich Stück für Stück durch einen vollen Schreibtisch zu wühlen. Und das erinnert mich wieder daran, dass ich doch ziemlich privilegiert bin. Mit Büchern Geld verdienen zu können, das ist schon traumhaft irgendwie. 

 

Nun gut, 

fangen wir mal vorn an: Der NaNo ist vorbei und der "Sieg" validiert. Der interne Rechner vom NaNo kommt immer auf ein wenig mehr als mein Word, aber am Ende läuft es auf 55k hinaus. Damit bin ich mehr als zufrieden, zumal ich auch einfach große Freude an dem Projekt hatte und habe. 

Das einzige Manko: Das Gerappel nachts im Kopf, wenn sich zwei Settings ineinander verhaken und jedes für sich gern die Attention Whore raushängen lassen würde, aber nicht genug von besagter Aufmerksamkeit bekommt. Das ist dann schon leicht anstrengend. 

Ich kann gar nicht sagen, wie fantastisch ich dieses Konzept des weltweiten gemeinsamen Schreibens immer noch finde. Schreiben ist normalerweise eine recht einsame Sache - es sei denn natürlich, man arbeitet eng mit Kollegen oder Lektor zusammen. Aber während des NaNos schmilzt die Gemeinschaft ein wenig enger zusammen. Man kann sehen, was die Writing Buddys treiben, sich gegenseitig aufbauen oder auch einfach anfeuern. Und am schönsten ist es, wenn man sieht, dass einer der eigenen Lieblingsautoren teilnimmt und durch dieselben Hochs und Tiefs geht wie man selbst. Ist das nicht unendlich beruhigend? #kevinhearne

Ob ich es nächstes Jahr schaffe, an allen drei Nanos teilzunehmen? Hmmm, mal schauen, wie die Urlaubs/Renovierungs/Arbeitspläne so fallen. 

 

Kommen wir zum nächsten Punkt:
Die 5. BuchBerlin liegt hinter uns. Für mich persönlich war es die zweite, und ich bin positiv überrascht, wie sehr die Veranstaltung gewachsen ist. Natürlich bewegt sich diese Messe noch nicht auf dem Niveau von Frankfurt und Leipzig, aber es gab sehr viele interessante Aussteller, viel Ausgefallenes, worüber man nicht in jeder Buchhandlung stolpert, und insgesamt ein bisschen mehr Zeit und Raum als auf anderen Messen. 

Das bedeutete für mich, dass ich mich tatsächlich länger als eine Minute mit Lesern und Kollegen unterhalten konnte. Etwas, das ich sehr genossen habe, weil es für mich in Leipzig früher nicht immer so möglich war.

(Apropos Leipzig, ich kann noch nichts zusagen, aber wenn ich 2019 teilnehmen kann, freue ich mich sehr auf Halle 1. Bisher bin ich nie dazu gekommen, die Cos-Player richtig zu bewundern oder Merch zu shoppen. Das wird dann definitiv anders.) 

 

Besonders habe ich mich dieses Jahr über die Begegnung mit alten und neuen Bekannten gefreut. Es war einfach deutlich zu lange her. Es hat sich viel im Genre getan - und gleichzeitig ist alles beim Alten geblieben. Beides ist beruhigend.

Neben der Gelegenheit, mich mit anderen Autoren auszutauschen, sind die Leserbegegnungen immer ein Highlight. Ich glaube manchmal, vielen Lesern ist gar nicht klar, wie viel sie mit ihrer Begeisterung an uns zurückgeben. Was es mir bedeutet, gelesen zu werden und zu merken, dass meine Protagonisten Fußspuren hinterlassen. 

Ich kann nicht oft genug die Kollegin zitieren, die mal gesagt hat, dass das Schreiben des Buchs nur die halbe Arbeit ist und dass die Leser die zweite Hälfte erledigen. Ich kann mir einen Guppy schreiben: Wenn niemand es liest, wenn niemand mitweint oder -lacht, dann bleibt es ein unvollständiger Prozess. 

Daher sind es die Augenblicke, in denen Leser mir erzählen, was sie bei diesem oder jenem Buch gedacht, wie oft sie es gelesen haben, woran es sie erinnert hat, wie traurig sie waren, dass es vorbei ist, die einen echten Push auslösen. Einen Push ala "Man reiche mir den Laptop! Sofort!"
Ein einmaliger Effekt, der in dieser Form auch nicht von der monatlichen Abrechnung ausgelöst wird. (Obwohl, hm... Man müsste mal bei einem Bestseller-Autor  auf J.K. Rowling-Niveau anfragen, ob er das vielleicht anders empfindet. *g*)

Es gibt eine Frage, die mir immer ein bisschen zu schaffen macht, wenn auch auf keine negative Weise. "Kommt zu Buch XY noch ein zweiter/dritter Band?" Glaubt mir, dann möchte ich ... 

Ich meine, mir fällt es genauso schwer, die Protagonisten ziehen zu lassen, wie euch. Die Verlockung, zurückzukehren, ist gewaltig. Dummerweise habe ich immer die innere Stimme im Kopf, die sagt: "Wenn du DAS tust, obwohl es nicht von Anfang an daraus ausgelegt wird, klatscht du was an. Das wird nichts." 
Vielleicht ist das der falsche Ansatz und eines Tages stehen Mark und Matunnos vor der Tür und bringen die Idee des Jahrhunderts mit. Oder Ragnar und Aiden. Oder oder oder. Aber für den Moment bedeutet es für mich immer nur, dass sie die bereits erwähnten Spuren hinterlassen haben - und das ist gut so. 

 

Tja, so weit zum November. Es ist praktisch Weihnachten. Ich hab mir von der Messe unerwünschte Goodies mitgebracht und kuriere mich ein bisschen aus. Und morgen geht es mit dem Würfelspiel weiter. 

Sagte ich schon, dass es ein Privileg ist? Und hey, falls ich das mal vergesse: Verweist mich auf diesen Artikel. ;)

Die besten Wünschen,

Raik

 

 

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