Setzt die Segel und kehrt heim!

Quelle: Pixabay
Quelle: Pixabay

Es ist innerhalb einer einzigen Nacht dunkel geworden. War es in den vorherigen Tagen zwar plötzlich sehr kalt, aber immer noch so golden, wie ein Oktober sein kann - außer dem Laub, das ist immer noch in weiten Teilen grün ist -, wabert nun etwas vor meinem Fenster, das Regen, Dunst oder Nebel sein mag - oder alles auf einmal.

Es ist endgültig Herbst. Der Winter rückt näher. Und ich stellte überrascht fest, dass mir das nichts ausmacht. Denn jetzt ist wieder Zeit für den NaNoWriMo. Das ist an sich schon jedes Mal eine wunderbare Angelegenheit, aber mit der neuen Website des Betreibers und der Gewissheit, dass ich endlich nach Sunda zurückkehre, ist er mir gleich in mehrerer Hinsicht kostbar. 

Und so wird ein Monat, der für mich in meiner Jugend - neben dem Februar - immer der schlimmste des Jahres war, auf einmal zu einem Zeitfenster voller Geschichten, warmer Getränke, noch wärmerem Porridge und Kerzenschein. 

Ich beginne diesen NaNo also mit Dankbarkeit - und tatsächlich der einen oder anderen Träne der Rührung im Knopfloch. 

 

 

Tag 1:

Es beginnt tatsächlich um Punkt Mitternacht. Wir kommen gerade von unserem traditionellen "Es ist ein neues Buch erschienen"-Essen, bei dem wir Take me down under - Tasmanien im Herzen begossen haben. Das Büro ist dunkel und ich stürze mich auf eine Szene, die ich vor Jahren schon einmal geschrieben habe. Altes Material habe ich nämlich gelöscht. Die Handlung bleibt dieselbe, aber ich wollte keinen Stilbruch nach fünf Kapiteln. Ich rieche den Schnee, ich höre das Keuchen der Kämpfenden und ich tauche in einen Geist ein, den bisher nur ich kannte - die Leser nicht. 
Nun kann ich ihn euch näher bringen. Geryim, den Launenhaften. Am Ende werdet ihr ihn besser verstehen. Ob für ihn dasselbe gelten wird, wage ich zu bezweifeln.

Gegen zwei Uhr morgens höre ich auf. Das Fresskoma ist eben doch ganz nah. Aber das erste Tagessoll ist geschafft, bevor die meisten angefangen haben. Gut so, denn tagsüber muss ich mich einem Auftrag widmen. Daher werden es auch weniger Worte sein, die in diesen Wochen fließen. Aber ich werde sie umso mehr genießen. 

 

Tag 2: 

Eigentlich halb Tag 1. Oder so. Denn was in der Nacht gut begann, setzte sich am Abend von Tag 1 und damit nach meinem Posting fort. Danach war das erste Kapitel im Kasten.

Die Nacht danach war anstrengend. 

Es ist schon seltsam: Ich habe immer das Problem, dass ich nachts Besuch von meinen Büchern bekomme und sie mich vom Schlafen abhalten. Aber Sothorn, Geryim und Co. treiben es auf die Spitze. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass ich mich in einer eigenen Welt bewege. Bei allen anderen Projekten - selbst bei Anno - habe ich gewisse Fixpunkte, die den Unterboden bilden. Meistens ist das schlicht die neuzeitliche Realität, bei historischen Sachen das, was in den Geschichtsbüchern steht. Bei Fantasy-Romanen mit eigenem Weltenbau ist das anders. Da muss man auf jede Blume und jeden Steinbruch aufpassen und darf auf keinen Fall die eigenen Regeln brechen. 

Zudem ist mir neulich erst bewusst geworden, dass dies mein erster Dreiteiler sein wird. Das heißt, die Fäden, die ich mir für diese Arbeit vor vielen Jahren abgemessen habe, sind die längsten. Und am Ende muss alles zueinander passen. Es gibt Geheimnisse, die irgendwo auf den ersten fünfzig Seiten in Zenjanischer Lotus das erste Mal durchblitzen, aber erst am Ende von Band 3 aufgelöst werden. Da wird man schon etwas - sehr - demütig. 

Aber genug dazu: Heute habe ich das erste Mal Sothorn einen Besuch abstatten können. Ich möchte anmerken, dass ich die Bruderschaft in einer ganz schön beschissenen Situation zurückgelassen habe. *hust* Mal sehen, was sich dagegen unternehmen lässt...

 

Tag 3:

Hah, da isses schon passiert und am dritten Tag wurde abends der Eintrag verschlampt. Lag wohl daran, dass der ganze Tag nicht so gelaufen ist, wie ich mir das gedacht habe. *kopfschüttel* Aber was will man machen? Wenn der Bauch zickt und der Kopf schmollt, dann wird aus einem geplanten Marathon-Tag eben doch nur ein durchschnittlicher. 
Memo an mich: Ich muss mir abgewöhnen, auf der Couch zu arbeiten. Was das mit meinem Nacken anstellt, geht auf keine Kuhhaut. 

Inhaltlich wurde an Tag 3 ein neuer Charakter vorgestellt, auf den ich mich schon lange freue. Das arme Mädel hat nun wirklich lange genug in meinem Kopf gehaust, ohne nach draußen spielen gehen zu dürfen.

@Piccolo: Stimmt ja, so hatten wir das beim letzten Mal gemacht! Recht hast du. Und du hast auch recht damit, dass die Zenja-Bücher diejenigen sind, mit denen ich am längsten schwanger gehe, jetzt, nachdem Würfelspiel vom Tisch ist. So mehr oder weniger. ;) Da schlummert zwar auch noch ein Mittelalterroman, der schon seit 2012 Formen angenommen hat - das weiß ich so genau, weil ich dafür damals im Englandurlaub tonnenweise Material besorgt habe - , aber eins nach dem anderen. *g*

 

Tag 4:

Ja, das war dann mal ein Tag, wie er in Zukunft laufen sollte/könnte/müsste. Ich hab meinen Privatkram erledigt, meinen Auftragskram, dann kamen die Druckexemplare von Take me down under - die sind jetzt frisch signiert und ziehen morgen früh los - und beim Schreiben hat es auch geklappt. In dem Bemühen, nicht gleich wieder in den ersten Wochen zu viel Kraft zu verpulvern, mache ich jetzt auch Feierabend. 
Was kann ich über das Buch selbst erzählen? Es sind heute mehrere neue Charaktere eingeführt worden, aber die meisten werden nur am Rande auftauchen und bilden den Unterbau zu der Dame, die ich gestern schon erwähnt habe.

Indessen haben wir hier gerade die erste Szene mit Geryim, in der er... hm ... geistig in der Lage ist, Inneneinsichten zu geben. Das ist auch für mich interessant, da Geryim im ersten Roman keine eigene Perspektive hatte und dadurch extrem vieles nur durch Sothorns Augen an den Leser herangetragen wurde. Das kann ein großartiges Mittel sein, um Spannung zu erzeugen, aber es birgt auch die Gefahr einseitiger Sympathien. Gott sei Dank ist das hier ja eher nicht passiert, glaube ich.

Aber wie dem auch sei: Geryims Geschichte ist relativ komplex und birgt noch die eine oder andere Überraschung. Ich muss jetzt quasi ein bisschen "drumherum" schreiben. Heißt: ER weiß natürlich um diese Dinge, aber das heißt nicht, dass er sie euch jetzt schon erzählt. *g*
Auf besonderen Wunsch von Piccolo füge ich ab jetzt immer die Zahlen wieder hinzu. :) 

 

Tag 5:

Es ist kurz nach acht und ich mache für heute Feierabend, auch wenn ich nicht ansatzweise da bin, wo ich sein wollte. Manchmal ist das einfach so. Der eine Tag ist vollgepackt und läuft rund, der andere Tag ist nicht ganz so vollgepackt, aber läuft nicht so dolle. Wenn man zu Hause arbeitet, bedeutet das eben auch Ablenkungen. (An dieser Stelle winke ich Kerstin lieb zu. *g*) Zwischen bockender Technik, randalierendem Homeoffice-Gatten, brüllenden Katzen und kotzenden Hunden sind mir vielleicht ein kleines bisschen die Nerven entfleucht.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass ich Sothorn gerade durch eine Situation hindurchführen muss, die ihm zuwider ist. Und das überträgt sich auf mich. Will heißen: Sein Widerwillen wird zu meinem und macht sich im Flow bemerkbar. 

Was denke ich mir eigentlich sowas aus? Warum die beiden nicht einfach über eine Wiese voller Butterblumen hinwegtanzen lassen? (Witzigerweise ist DAS jetzt eher Sothorns Gedanke als meiner.) Richtig, weil sie am Ende immer noch Meuchelmörder sind und keine Almhirten. *seufz*

Vielen Dank an dieser Stelle wie immer für die liebevolle Begleitung. 

Piccolo, dir sei gesagt, dass mir das echt sehr viel bedeutet. Und Kerstin, ich fühle heute mit dir. Kotzende Hunde sind zwar ein anderer Schuh als Kinder, aber wenn der Kopf nicht beim Schreiben ist, wird's einfach nichts. Man kann ohne Kopf bügeln, Marmelade einkochen - zumindest mit etwas Vorsicht - und Beete umgraben. Aber keine Geschichten erzählen. 

 

Tag 6:

Was. Für. Ein Tag. Was für eine Szene!

Ihr merkt, die Nachlese für Tag 6 kommt spät. Grund ist nicht, dass es nicht gelaufen wäre, sondern dass es ein bisschen zu gut gelaufen ist. Totalabschaltung von der Welt. Tippgeschwindigkeit jenseits von Gut und Böse und als ich mit dem Kapitel durch war, galt das tatsächlich auch für mich. Mit anderen Worten: Ich habe dann jetzt auch glorios verschlafen. *g* 

Ich bin froh, dass ich dieses Kapitel hinter mir liegt. Genau, wie ich vermutet hatte, brach der innere Widerstand, sobald Sothorn in der Situation steckte, die ihm so sehr gegen den Strich ging. Denn dann musste ich ihn da ja auch wieder rausschaffen, nicht wahr? 

Indessen erlebt Geryim, was es bedeutet, absolut und vollkommen hilflos zu sein. Glaubt mir, das ist keine angenehme Erfahrung für jemanden, der sich bevorzugt auf seine eigenen Hände verlässt und es gewohnt ist, die Lage in die Hand zu nehmen. 

Für die Gefährtentiere ist es auch kein guter Tag gewesen: Gwanja musste verzweifelt feststellen, dass es Situationen gibt, in denen man eine junge Brandlöwin nicht gebrauchen kann, und Syv musste richtig hart arbeiten. Dass er Geryims Stress gespürt hat, wird ihm sicher nicht geholfen haben. 

Also heißt es heute: Pause für alle! Na ja, für mich natürlich nicht. ;) 

 

Tag 7:

Uffz. Halb zehn durch. Ich bin fix & foxi, wie mein Vater früher stets zu sagen pflegte. Die Planung ist wieder nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Verschlafen - siehe oben - , dann Auftragsarbeit, die viel länger gedauert hat als geplant, erst dann schreiben. Bis jetzt. 

Denn hey, ich persönlich habe keine Pause. Nur Geryim und Sothorn durften durchschnaufen. Das ist nicht dasselbe. ;) 

Mit anderen Worten: Ich war mit einem Nebenhandlungsstrang beschäftigt, der zwar sehr wichtig ist, aber erst später mit den Jungs "zusammenstößt". Ein Zwischenspiel quasi. Morgen geht's wieder wieder auf unsere wunderschöne Henkersbraut. 

Jenseits davon möchte ich sagen, dass ich mir sehr über die Kommentare gefreut habe. Ich habe vorhin gemerkt, dass mit der Website leider etwas nicht stimmt und ich daher nicht einsehen kann, wie viel Besuch ich derzeit so habe. Aber anscheinend finden sich doch einige ein. Super und danke dafür!

Liebe Piccolo, du darfst mir gern glauben, dass Sothorn den Gedanken mit der Blumenwiese genauso merkwürdig findet wie du. Er kämpft halt gerade ein bisschen mit sich. Es ist ja schön, wenn der Mann, den man will, auf einmal die eine oder andere Erklärung abgibt, worum er sich mit Liebesdingen so schwer tut. Nur ändert das ja nicht unbedingt was, nicht? Keiner von uns hat Schalter, die er einfach umlegen kann...

Liebe Michaela, dir wünsche ich auf jeden Fall frohes Schaffen und dass du ganz viele von der NaNo-Energie für dich mitnehmen kannst. Es geht nicht unbedingt darum, diese 50k schaffen, sondern darum, sich inspirieren zu lassen, mitgezogen zu werden, mit Ideen zu spielen und es einfach zu versuchen. Und gerade vor dem Erstling hat man ja auch etwas Respekt, wenn man erstmalig davor sitzt und sagt: "So, ich schreibe jetzt mal ein Buch." Ich kann mich erinnern, vor vielen, vielen Jahren selbst in der Situation gewesen zu sein - und es ist böse in die Hose gegangen. ;)
Liebe Anna, erstmals ein herzliches Willkommen und hui... Ein Vorbild? Na, dann hoffen wir mal, dass das nur für meine guten und produktiven Phasen gilt und nicht auch dann, wenn ich auf einmal wie der Ochs vorm Berg stehe. Oder vor dem leeren Blatt. Das ist mir zwar im Nano noch nie in dieser Konsequenz passiert, aber Schreibblockaden sind mir nicht ganz fremd. Fiese Dinger, Gott sei Dank treten sie nur alle Schaltjahre mal auf. 

Wo war ich? Was immer dich inspiriert und dir hilft, tue ich sehr gern. Für mich war es gerade heute tatsächlich auch ausnahmsweise so, dass ich den NaNo nach anderer Arbeit erledigen musste. Sonst ist das Schreiben ja durchaus mein "Job". Insofern kann ich es dir gut nachfühlen, wie es ist, sich abends noch mal dranzusetzen und das Gehirn zu "melken". Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viele Musenküsse, Motivation und auch den Mumm, "Nein" zu sagen, wenn es mal irgendwann nicht geht. Statistiken sind schön, aber versklaven sollten sie uns nicht. ;)
Bis morgen allerseits!

 

Tag 8:

Es ist wieder spät geworden, allerdings in erster Linie deshalb, weil ich heute Nachmittag erstmal eine Runde durch den Wald gedreht habe. Es war endlich mal wieder blauer Himmel, da habe ich die Nano-Schreiberei mit einer Pause versehen.

Ihr könnt übrigens von Glück sagen, dass ich wieder da bin. Anscheinend fand nicht nur ich es heute im Wald wunderschön, sondern auch so ungefähr jeder Reiter der Stadt. Himmel, ich habe solange wir hier wohnen noch nie so viele Pferde im Wald gesehen! Versteht mich nicht falsch: Das ist herrlich und ich gönne es den Leuten und Rössern genauso, wie ich sie beneide. Aber zum einen bedeutet sowas natürlich Obacht, weil man ja mit Hund unterwegs ist und ich da wirklich sehr genau aufpasse. Ich habe in meinem Leben mehr als einmal Sand gefressen und auch mehr als einmal unliebsame Bekanntschaft mit einem Baum oder einer Wand gemacht. (Also inklusive Pferd.) Da möchte ich nicht dafür verantwortlich sein, wenn sich ein Pferd erschrickt und seinen Reiter - häufig sind es ja auch Kinder - am nächsten Ast abstreift und selbst am Besten bis auf die Straße rast.

Zum anderen ist es schon ein kleiner Schock, wenn man nichts ahnend über einen seiner kleinen Schleichwege ... nun ja ... schleicht, um die Kurve kommt und einem Pferd in die Nase schaut. Wah! Seitwann bewegen sich die Viecher so leise? Und seit wann passen die auf Wege, durch die ich kaum durchkomme und wo der Hund bei jedem zweiten Schwanzwedeln hüpft, weil seine Rute in den Brombeeren hängen bleibt? *schnauf* 
Aber das nur dazu: Nano. Da war ja was. Mein Soll ist mehr als erfüllt. Es läuft und läuft und läuft... Kann ich auch was erzählen? Ja, ich bin gerade eine Spaßbremse und habe mitten in der Sexszene Feierabend gemacht. Nein, das zählt übrigens nicht als Spoiler. Dass in einem meiner Bücher irgendjemand irgendwann mal rumvögelt, ist ja nun hoffentlich für niemanden eine Überraschung. *g*

@Piccolo: Wer sagt denn, dass das Ziel bei 50k liegt? *grins* 

 

Tag 9:

Ach. Du. Liebe. Zeit. 
Heute ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, in was für eine Misere ich uns alle gejagt habe. Und mit "uns" meine ich die Protagonisten, die Leser und mich. Ich schwitze also  ein bisschen und kann wirklich nur hoffen, dass sich alle Fäden sauber verknoten. Das hat man davon, wenn man a) eine eigene Welt und dadurch auch eine eigene Geschichtsschreibung, b) emotional verkrüppelte und beziehungsunerfahrene Charaktere und c) einen epischen Handlungsbogen hat. Und dazu irgendwelche Viecher, die den Leuten im Kopf rumspuken. Heidewitzka. Ich schrei gleich nach der Lektorin.

Nein, keine Angst. Ich gerate nicht in Panik. Aber ich bin gerade ein bisschen... *schnauf* Das mag daran liegen, dass die Szene heute mit einem Paukenschlag endete und von jetzt an eine Menge Dinge ins Rollen kommen. Zum Beispiel lernen wir eine Splittergesellschaft innerhalb einer Splittergesellschaft kennen, einen Vertreter eines seltenen Volkes und dazu auch ein bisschen was von der "normalen" Welt, die wir durch die Augen der Assassinen ja nicht sehen konnten. Und das sind nur die nächsten zwei drei Kapitel, bevor der richtige Rock n Roll beginnt. 

Ich frage mich, wie lang das Buch wohl wird... *grübel*

@Piccolo: Hmmmjanein. Ehrlich gesagt finde ich es nicht so einfach, in eine Szene wieder einzusteigen. Schon gar nicht in eine Sexszene. Man bewegt sich ja doch irgendwie selbst innerhalb des Flows und sich in den wieder einzufädeln, ist nicht so angenehm. Deshalb beende ich Szenen auch lieber in einem Rutsch statt zu unterbrechen. Aber das geht leider nicht immer. 

Was deine Frage angeht: Du hast natürlich recht, dass die normale Wortzahl eines NaNo bei 50000 liegt. Allerdings steht es den Usern inzwischen frei, sich andere Ziele zu setzen. Das finde ich auch vernünftig. Es gibt auf der einen Seite Autoren, für die 50000 Wörter im Monat kaum der Rede wert oder sogar wenig sind. Und auf der anderen Seite gibt es Teilnehmer, für die 25000 schon sehr viel sind. Dann gibt es Autoren, die von sich selbst sagen, dass sie im Nano massiv viel schreiben, aber rund dreißig Prozent hinterher löschen, und solche, die quasi alles behalten können. Deshalb sind diese Zahlenwerte etwas, das man mit Vorsicht genießen muss. 

Aber sagen wir so: Ich habe mir etwas mehr vorgenommen, werde es aber nicht beschreien. ;)
Jut, morgen geht's dann weiter. Mit einer Krisensitzung. Oder so. 

 

Tag 10:

Eine Spätlese. Aus Fragestellungen und Sorgen und Erkenntnissen und überhaupt. Oh, und Vorwürfe. Ganz viele Vorwürfe. Es ist etwas schwierig, sich genauer zu äußern, solange man nichts verraten kann und möchte.

Aber ich kann sagen: Es läuft weiterhin sehr gut. Dummerweise merke ich langsam die ersten Auswirkungen der vielen Zeit am Rechner. Aber es lässt sich nicht ändern: meine Auftragsarbeit ist noch nicht da, wo sie sein sollte, also heißt es weiter Doppelschichten schieben. Könnte ich das bleiben lassen? Natürlich. Möchte ich das bleiben lassen? Nein. Blöderweise macht beides zu viel Spaß und jedes Mal, wenn ich morgens den üblichen "Mimimi, ich muss zur Arbeit"-Kram online lese, denke ich mir, dass ich verdammt glücklich sein darf. 

 

Tag 11:
Heute bin ich zum ersten Mal nicht zufrieden. Das liegt allerdings nicht an den reinen Wortzahlen. Es ist mir nur schwer gefallen, sie zu erreichen. Und das liegt wiederum daran, dass ich nicht ganz fit bin. Der Nacken knatscht, die Füße sind merkwürdig kalt, irgendwie fühlt es sich an, als würde mein Immunsystem in den Krieg gehen. 

Kennt ihr das Gefühl? Wenn man noch keine Symptome hat, aber man irgendwie merkt, dass innerlich zum Kampf geblasen wird? Bisher hatte ich das dieses Jahr zwei Mal und beide Male hat das Immunsystem gesiegt, bevor irgendwelche Krankheiten einziehen konnten. Wenn es das noch mal packt, gibt es Kekse. ;) 

Darüber hinaus: Ja, es tut gerade auch ein bisschen weh. Es kann ja so bitter sein zu merken, dass guter Sex und ein paar Erkenntnisse noch keine Beziehung ausmachen. Nein, liebe Damen und Herren, Beziehungen sind Arbeit. ;)
@Piccolo: Ja. Jein. Sagen wir mal so: Es ist keineswegs so, dass sich diese Doppelbelastung nicht bemerkbar macht. Im Grunde geht das ja schon, seitdem ich parallel zwei VÖs in Vorbereitung hatte plus Aufträge und Druckfahnen usw. Ich habe zum Beispiel sehr wenig im Garten erledigt, Wäsche wird nur noch gewaschen und aufgehängt, aber irgendwie nicht mehr in den Schrank geräumt, und abseits von der Küche war's hier schon mal ordentlicher in der Bude. Gott sei Dank nimmt mein Mann mir gerade viel ab und saugt fleissig hinter den Viechern her. Irgendwo muss die Zeit ja herkommen. 

Und was die Selbstpflege angeht: Ich gehe jetzt in die Badewanne. Wollen wir doch mal sehen, ob wir nicht ein Gefühl in meine Schultern zurückkriegen.

 

Tag 12:

Jiahahahaha. Da isses passiert. Da machte es auf einmal PLOPP in der Inbox und mein Nano kann nicht derselbe bleiben. Das machte allerdings gar nichts, da ich ja nun schon wirklich weit bin - und weil das, was mir da in die Inbox gefallen ist, etwas sehr Schönes ist. *flöt*
Ich habe dann heute auch fast gar nichts geschrieben. Ich glaube, es war ein Absatz, bis "es" geschah.

An dieser Stelle schon einmal ein kleiner Hinweis: 29. Dezember. Merkt euch das Datum. ;)

 

 

Derzeitiger Stand: 40155

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 17
  • #1

    Piccolo (Freitag, 01 November 2019 17:46)

    Hallo Raik,

    ich freue mich, dass es wieder ein Tagebuch zum NaNo von dir gibt. Und als besonderes Highlight geht es für uns nach Sunda zu Sothorn und Geriyim. Ich bin sehr gespannt wie weit du diesen Mont kommen wirst. Ich drücke ganz fest die Daumen.

    LG Piccolo

  • #2

    Raik (Samstag, 02 November 2019 17:55)

    Hey du Liebe,

    willkommen an Bord der Henkersbraut. Ich hoffe, du wirst nicht seekrank. ;)
    Ich bin auch gespannt, wie weit ich komme. Gerade ist die Motivation unglaublich groß. Ich habe in den letzten zwei Monaten Kein. Wort. Geschrieben, weil ich mit den Produktionen von Tassie und Würfelspiel sowie Auftragsarbeiten und dann natürlich dem Aufarbeiten von Lotus beschäftigt war. Heißt, ich habe mit Startschuss gestern einen Sprung gemacht, auf den ich seit Wochen lauere. Jetzt trägt mich der Schwung ordentlich voran. :D Mal sehen, wie weit.

    GLG
    Raik

  • #3

    Piccolo (Sonntag, 03 November 2019 09:45)

    Hey,

    du legst ja ein unglaubliches Tempo vor. Gut, wenn man Monate darauf wartet endlich loslegen zu können, ist das wohl auch kein Wunder. Neben das Würfelspiel ist die Lotus-Reihe wohl das Projekt, an dem du am längsten arbeitest. Und dann ist da noch die Besonderheit, dass es eine eigene Welt ist mit eigenen Regeln, an die du dich halten musst. Also eine ganze Menge Arbeit und sicherlich auch ganz viel Spaß.

    Ein spannender Monat liegt vor uns^^

    LG Piccolo

    PS: Du musst nicht auf jeden Post von mir einzeln antworten. Du kannst es auch wie beim letzten Mal machen und im nächsten Tagebucheintrag etwas schreiben, wenn es passt.

  • #4

    Piccolo (Montag, 04 November 2019 12:01)

    Die Gesundheit ist nun mal wichtiger und gehört gepflegt. Und lieber ein durchschnittlicher Tag, als einer, an dem gar nichts geht.

    Hui, eine Dame wirst du uns im nächsten Band vorstellen. Ich bin gespannt. Vor allem, da weibliche Charaktere für mich immer schwierig sind. Aber es können ja auch nicht immer nur Kerle in den Büchern vorkommen.

    Dankeschön, so liest sich deine Antwort gleich viel angenehmer, weil ich sie so nicht in den Kommentaren suchen muss.
    Wenn ich jetzt noch eine letzte Bitte äußern dürfte. Die geschaffte Wortanzahl in jeden Tagebucheintrag wäre toll. Ich fand es sehr spannend zu sehen und mitverfolgen zu könne, wie die Wörter täglich mehr werden.

    Alles liebe und Gute!
    Piccolo

  • #5

    Piccolo (Dienstag, 05 November 2019 09:00)

    DANKESCHÖN!
    Du warst in den ersten 4 Tagen ja schon richtig fleißig.Wow. Und ansonsten läuft es auch richtig gut.
    Hui, wir werden Einblick in Geryims Gedanken- und Gefühlswelt bekommen. Da bin ich doch sehr gespannt, was unseren Wargssolja bewegt.
    Die Dame scheint ja eine wichtige und entscheidende Rolle zuzukommen. Ist nur die Frage, ob sie uns auch gefallen wird.

    Weiterhin ganz viel Erfolg und Spaß!

    LG Piccolo

  • #6

    Kerstin (Dienstag, 05 November 2019 10:17)

    Hallo Raik,

    schön, dass der Lotus nun endlich wieder angegangen wird <3 Sothorn und Geryim, deren Geschichte und die Welt sind mir die Liebsten von all den Sachen, die ich bisher von dir im Regal stehen habe. Umso mehr freut es mich zu lesen, dass es ein Dreiteiler wird <3 <3 <3 Ich freue mich natürlich auch auf das Würfelspiel. Wenn ich mich nicht irre, war diese Geschichte die Erste, die ich von dir gelesen habe.

    Mein Nano sieht dieses Jahr leider mau aus. Ich dachte, ich würde in den Schlafpausen der Kleinen zum Schreiben kommen, aber das habe ich wohl falsch eingeschätzt. Tag 5 und noch kein einziges Wort, dabei habe ich mir noch nicht mal ein großes Ziel gesteckt. Naja, umso mehr feuer ich meine Nano-Gruppe an (oder verteile mentale Arschtritte xD), so nehme ich auch irgendwie am Nano teil ;)

    Liebe Grüße,
    Kerstin

  • #7

    Piccolo (Mittwoch, 06 November 2019 09:02)

    Ich stelle mir gerade die beiden vor wie sie händchenhaltend über die Wiese voller Butterblumen tollen. Ein Bild zum Brüllen, denn das wird garantiert nicht passieren. Es sei denn, sie haben etwas genommen^^
    Hey, immerhin etwas mehr als 2000 Wörter geschafft. Das ist doch was. Auch kleine Schritte zählen.

    LG Piccolo

  • #8

    Piccolo (Donnerstag, 07 November 2019 12:36)

    Alle Achtung, da hast du ja gestern mal so richtig viel geschafft. Da sei es dir mehr als gegönnt länger zu schlafen und einen Tag lang Pause einzulegen.
    Weißt du, der heutige Eintrag macht richtig viel Lust auf das Buch. Am liebsten würde ich es sofort lesen wollen oder wie zu guten alten Zeiten bei FF.de kapitelweise. Na ja, dafür ist die Vorfreue fürs nächste Jahr umso größer.

    LG Piccolo

  • #9

    Lucifel aka Michaela :) (Donnerstag, 07 November 2019 16:47)

    ohhhh so klasse dir hier folgen zu können..mein NaNo Stand hinkt leider..ehem..1200 is nicht so viel :) aber es ist ein Erstling.
    Ich bin ja schon soooo hibbelig wenn ich nur Zenjanisch lese hehehe, freue mich tierisch drauf und hatte natürlich Kopfkino mit der Blümchenwiese...böse lol ♥

  • #10

    AnnXnnA (Donnerstag, 07 November 2019 18:26)

    Hi Raik,

    darf ich sagen, dass du mein größtes Vorbild in Sachen NaNo und eine riesige Quelle der Motivation bist?
    Ich finde es toll, lesen zu dürfen, wie deine Schreibsessions waren und freue mich total darauf, das Werk hier bei der Entstehung ein Stück weit begleiten zu dürfen und eines Tages zu lesen :)
    Gerade diese Impressionen motivieren, sich nach einem langen & harten Tag noch hinzusetzen und zu schreiben, auch wenn ich mit deinem Tempo nicht mithalten kann ^^

    Liebe Grüße
    Ann

  • #11

    AnnXnnA (Donnerstag, 07 November 2019 18:31)

    Hi Raik,

    darf ich sagen, dass du mein größtes Vorbild in Sachen NaNo und eine riesige Quelle der Motivation bist?
    Ich finde es toll, lesen zu dürfen, wie deine Schreibsessions waren und freue mich total darauf, das Werk hier bei der Entstehung ein Stück weit begleiten zu dürfen und eines Tages zu lesen :)
    Gerade diese Impressionen motivieren, sich nach einem langen & harten Tag noch hinzusetzen und zu schreiben, auch wenn ich mit deinem Tempo nicht mithalten kann ^^

    Liebe Grüße
    Ann

  • #12

    Piccolo (Freitag, 08 November 2019 07:40)

    Guten Morgen Raik,

    ich bin immer wieder beeindruckt wie viel du schaffst, obwohl du auch noch genug anderes zu tun hast, was nicht unbedingt immer so klappt wie gewünscht. Respekt.
    Und wow, nach 7 Tagen hast du schon die Hälfte des gesteckten Ziels geschafft.

    LG Piccolo

  • #13

    Piccolo (Samstag, 09 November 2019 10:48)

    Von Sonnenschein und blauen Himmel bin ich hier ganz weit entfernt. Aber mir gefällt dieses graue Schmuddelwetter auch sehr gut. Irgendwie typisch Herbstkind.
    Ich nehme mal an, wenn man mitten in einer Szene aufhört, dann geht der Einstieg am nächsten Tag leichter und schneller. Könnte ich mir zumindest vorstellen.
    Oh, dann habe ich wohl etwas falsch verstanden was die 50k angeht. Jetzt bin ich aber neugierig. Welches Ziel hast du dir denn gesteckt?

    LG Piccolo

  • #14

    Piccolo (Sonntag, 10 November 2019 10:59)

    Hey,

    du wirst das alles schon meistern. Es hat ja bisher auch immer geklappt. Ich bin da sehr zuversichtlich. Aber ja, im ersten Moment ist man von dem ganzen wohl ziemlich erschlagen.

    LG Piccolo

  • #15

    Piccolo (Montag, 11 November 2019 14:18)

    Ich bewundere ich weiterhin, wie du das alles schaffst. Jetzt sogar noch ein bisschen mehr.
    Überanstreng dich bitte aber auch nicht. Die Gesundheit ist dafür viel zu wichtig und kostbar. Dann lass den NaNo lieber ein bisschen schleifen oder mal einen Tag Pause dort einlegen.

    LG Piccolo

  • #16

    Piccolo (Dienstag, 12 November 2019 09:18)

    Die Wortanzahl kann sich wahrlich sehen lassen und du kommst sehr gut vorran. Dafür kann ich nur immer wieder gratulieren.
    Aber was deine Gesundheit angeht, hört sich das alles nicht so gut an. Achte bitte gut auf dich. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles gut wird.

    LG Piccolo

  • #17

    Piccolo (Mittwoch, 13 November 2019 12:37)

    Ich rate jetzt mal und sage, dass am 29.12. das Würfelspiel veröffentlicht wird.

    LG Piccolo