Aftermath oder "Wie viel Pech geht wirklich?"

Ich habe mir gedacht, ich starte mit dem neuen Blog eine kleine Reihe zum Thema "Hinter den Kulissen". Einblicke in das Leben eines Autoren - glaubt mir, viel Glamour gibt es nicht, aber dafür um so mehr Zwischenfälle und Tollpatschigkeiten - und lasse euch an meinen *hust* Erkenntnissen teilhaben. Und die erste Erkenntnis lautet: 

 

Bei der Produktion eines Buchs kann unglaublich viel schiefgehen.

 

Früher, als ich die Buchwelt nur von Seiten des Konsumenten kannte, habe ich immer gedacht: "Meine Güte, so schwer kann das doch nicht sein." Besonders natürlich, wenn die Veröffentlichung eines meiner Lieblingsautoren sich wie Kaugummi zog. Ich habe mich dann immer gefragt, ob derjenige eine Schreibblockade hat und jetzt mit klammen Fingern vor dem leeren Blatt sitzt, während der Verlag zähneknirschend auf das neue Manuskript wartet.

 

So etwas gibt es natürlich tatsächlich. Ich nehme mich da nicht von aus.

Als ich Zerrspiegel geschrieben habe, zum Beispiel. Nicht, dass ich direkt eine Schreibblockade hatte, aber ich hatte ein anderes Problem: eine unerwartet gestiegene Auslastung. Ich bin damals praktisch von "Rekonvaleszenz, in der ich mich zu Tode langweile und daher meine Zeit als Quasi-8-Stunden-Job mit Schreiben fülle" zu "Hm, woher kommen jetzt eigentlich zwei Jobs auf einmal?" gerutscht.

Ich habe bei der Gelegenheit gelernt, dass theoretisch Zeit zum Schreiben haben nicht dasselbe ist, wie etwas auf die Reihe zu bekommen. Wenn man zum Beispiel schon sechs Stunden Textarbeit an einem fremden Buch hinter sich hat, kann es einem passieren, dass man den Weg zu seinem eigenen nicht mehr findet. Oder auf einmal merkt, dass man gedanklich noch bei dem anderen Plot ist und in seinem eigenen daher maximalen Murks macht. Wenn man anfängt, die Namen der Charaktere zu verwechseln, ist es wirklich Zeit, das Dokument zu schließen.

Will sagen: Viele Verschiebungen hängen am Autor. Das ist einfach so. Wir sind kreative Menschen. Und wenn wir in ein Loch geraten, im Privatleben Stress haben oder auf einmal ein anderes Projekt quengelt, dann sitzen wir in der Tinte. (Lausiges Wortspiel an dieser Stelle, ich weiß.)

Moment mal: drängelnde Projekte? Wie passiert sowas denn? Arbeitet man als Autor nicht der Reihe nach seine Projekte ab? 

Andere Autoren schon. Ich ... eher nicht. 
Stellt es euch vor wie das Betreuen einer Horde Kindergartenkinder. Da planen die getreuen Erzieher einen unglaublich tollen Vormittag mit Bastelstunde, Singkreis, der Einweihung des neuen Spielplatzes draußen und der Schaffung einer gemeinsamen Collage in Elefantenformat für den Flur. Zudem soll fürs Sommerfest ein Tanz gelernt werden und ein Teil der Kleinen wollen stricklieseln. Außerdem wollen die Erzieher sich mit zwei kleinen Mäusen beschäftigen, die in Sachen Feinmotorik für ihr Alter zurück sind.
Und dann meldet sich die Realität in Form von zwei Kindern, die schon bei ihrer Ankunft zartgrün sind und bald viel Betreuung im Bad brauchen, einer Mutter, die komplett aufgelöst ist, weil sie mit den Erziehungsmethoden nicht konform geht, zwei I-Dötzen, die sich wortwörtlich die Haare ausreißen, einem Wasserrohrbruch in der Teeküche und als endlich Frieden einkehrt und die kranken Kinder zuhause sind, geht ein Gewitter nieder und schwemmt den halben Spielplatz weg. Die beiden Kids, die man für eine spielerische Lektion in Sachen Feinmotorik beiseitenehmen wollte, sitzen derweil in einer Ecke und malen mit Wachsmalkreide die Wand an. 

Wir lernen daraus: Pläne sind dazu da, über den Haufen geworfen zu werden.

 

Im Fall von meinen geliebten Opiumschwaden war es ähnlich chaotisch. Schon nachdem das Projekt von meiner Seite aus beendet war, kam es zu gleich zwei Verschiebungen im Incubus Verlag.

Grund? Terminprobleme meinerseits. Als Verleger und Autor sitzt man häufig zwischen den Stühlen. Man kann nicht den eigenen Projekten Vorrang vor denen der anderen Autoren geben. Also schichtet man um. Man sagt: "Okay, meins muss jetzt warten, die anderen sind zuerst dran." Das ist eine Frage der Fairness. 

Und dann war der Verlag selbst auf einmal nicht mehr. Ich brauche sicher nicht zu sagen, dass mir diese Erfahrung mehr oder minder das Herz gebrochen hat. Es hat auch nur bedingt geholfen, dass sich für viele Bücher ein neues Zuhause finden ließ. So eben auch für Opiumschwaden und meine anderen Bücher. Dafür bin ich mehr als dankbar, es nimmt aber den Stachel nicht raus. 

Man sollte nun meinen, dass es kein Problem ist, einen Haufen bereits vorhandener Bücher ins neue System einzuspeisen. Neues Logo drauf, Druckdatei umschreiben, fertig.

Nein, eben nicht. Denn jeder Verlag - und je größer er ist, desto aufwändiger - arbeitet mit Veröffentlichungsplänen und engen Zeitfenstern. Das heißt, man kann nicht einfach sagen: "Komm, wir drücken das mal dazwischen." Das klappt nur, wenn ein anderes Projekt ausfällt oder sich verschiebt. 

Und manchmal passieren Dinge, die man gar nicht kontrollieren kann: Dann kommt auf einmal ein paar Wochen vor der Leipziger Buchmesse ein Anruf von der Druckerei. "Tut uns leid, wir wissen, ihr habt den und den Zeitraum gebucht für die und die Menge Bücher und zwar so und so viele verschiedene. Aber erstens schaffen wir nur drei von fünf und zweitens müsst ihr die Daten deutlich eher liefern."

Das ist der Super-GAU. Ihr müsst euch vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt Nachtschichten bereits fest eingeplant sind. Man weiß, dass es nur jenseits der normalen Arbeitszeiten geht. Und man weiß, dass es gesundheitliche Ausfälle geben wird, eben weil der Druck so hoch ist. Wochenenden? Vergiss es. Denn es zählt nur eins: dass auf der Messe alle Bücher da sind.

In diesem Fall hat es bekanntlich nicht geklappt. Opiumschwaden war eines der beiden Bücher, die zurückgestellt werden mussten. Die gesamte Arbeitskraft (Lektor, Korrektur, Proofreader, Designer, Setzer usw.) wurde daraufhin von diesen Projekten abgezogen und auf die anderen drei Bücher umgelegt. Mit der festen Absicht, die beiden Nachzügler so schnell wie möglich nachzuschießen.

 

So etwas macht niemandem Spaß. Dem Autor bricht ein Stück weit das Herz, und dem Verleger auch. Die Bücher sind ja nicht nur zum Ärger der Leser verschoben, sondern fehlen auch in der Statistik. Brutal gesagt: Man verdient kein Geld damit, solange sie nicht erschienen sind.

Und dann, wenn endlich alles läuft, wenn endlich alles im Lot scheint, wenn wir mit glänzenden Augen und gespitztem Bleistift (aka Tastatur) vor dem Monitor sitzen, kommt dieser eine Moment, in dem die Gravitation maximalen Mist baut und einen der berüchtigten "Unfälle im Haushalt" generiert.

Ergebnis: ein Arztbesuch, eine Röntgenaufnahme mit unschönem Ergebnis und die gestrenge Ansage "Stramm liegen. Kein Computer, kein Fernseher, kein Lesen, kein Handy. Nada. Lie-gen! Nichts-tun!" Geht auch nicht anders. Weil jede Bewegung Schmerzen verursacht, die sich nicht wegdröhnen lassen. 

Schließlich aber sind alle wieder gesund, schaufeln sich Zeit frei, die Dateien werden hin- und hergeschickt, die letzten Arbeiten abgeschlossen. Ich bin so erleichtert. Wir haben es geschafft! Glaube ich jedenfalls.

Bis auf einmal dieser eine Schrei durch das Land hallt, den ich ungelogen in Emmerich gehört habe, obwohl er in München ausgestoßen wurde. Das Codewort lautet "Datenverlust". Die letzte Arbeitsstufe ist aus unerfindlichen Gründen zerschossen, die Back-ups ebenso und wir fangen noch mal vorne an. 

Da möchte man weinen. Als Betroffener, als Autor. Und als Leser vielleicht auch. 

 

In meinem Fall schaue ich auf das Erstellungsdatum des Epilogs, blicke auf den Kalender und schlucke. Dann denke ich mir: "Das kann doch jetzt unmöglich so lange gedauert haben?" Aber es hat. Und keiner ist damit glücklich. 

Aber am Ende ist das Buch im Druck - und das ist vielleicht alles was zählt. Abgesehen von den grauen Haaren, den Falten, den Kopfschmerzen und dem Gefühl, dass man irgendwelche Geister beschworen hat, die sich jetzt als Buch-Poltergeister verdingen. 

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ich am besten nie wieder über mysteriöse Ereignisse schreibe. (Anscheinend habe ich damit irgendwelche Dämonen beschworen.) Und das fertige Buch natürlich. 

 

Nachtrag vom 30.06.2017: Zu den ganzen Katastrophen kommt jetzt eine Sendung mit Signierexemplaren, die a) zu spät und b) mit dem falschen Versender rausgegangen sind. Und ein gerissenes Paketförderband in der Emmericher Postfiliale.

Ich sag nix mehr. Gar nix. Man reiche mir den Batida. 

 

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Kommentare: 14
  • #1

    Piccolo (Montag, 26 Juni 2017 10:29)

    Es steckt doch immer mehr Arbeit hinter allem als man denkt. Und dass dabei unheimlich viel schiefgehen kann, glaube ich auch sofort. Aber es ist endlich geschafft und das ist alles was zählt.
    Ich drücke die Daumen, dass die nächsten Projekte ohne so viel Pech das Licht der Welt erblicken.

    LG Piccolo

  • #2

    Anita (Dienstag, 27 Juni 2017 16:08)

    Hey Raik,

    eine lange Odyssee für dein Buch, auf jeden Fall. Aber in puncto Wartezeit - ist das wirklich soooo wichtig? Mir ist ein ausgereiftes Buch auf jeden Fall tausendmal lieber als die Ruck-Zuck-Fertig-Ware, die den Markt derzeit überschwemmt... Insofern warte ich gerne.
    Es ist schon interessant zu lesen, was den "Opiumschwaden" so alles passiert ist, aber rechtfertigen muss man die Wartezeit finde ich nicht, alles hat und braucht seine Zeit.

    Ach ja und eins noch: Warten müssen auch nicht immer nur wir Leser, so mancher Autor wartet ein halbes Leben, dass er und sein Werk bei einem Verlag das passende Zuhause finden.

    Soweit von hier, ich warte jetzt auch wieder und zwar auf die Sonne, den Sommer, den Postboten, der hoffentlich bald die "Opiumschaden" vorbei bringt ....

  • #3

    Raik (Mittwoch, 28 Juni 2017 14:07)

    Hallo Piccolo,

    *schmunzel* Bevor nicht ALLE Büchersendungen ausgeliefert sind, habe ich noch keine Ruhe. Man ist inzwischen doch etwas im Katastrophenmodus angelangt. Aber ja, es kann schon viel schiefgehen. Das zerrt schon etwas an den Nerven. *ächz*

    GLG
    Raik

  • #4

    Raik (Mittwoch, 28 Juni 2017 14:14)

    Hallo Anita,

    och du, leider ist es schon wichtig. Du bist nun ein langjähriger, sehr treuer Wegbegleiter. Du hast Geduld. ;) *G* Wobei hier ja auch eins nicht vergessen werden darf: Das Buch selbst war ja fertig. Ist ja nicht so, dass ich es wegen einer akuten Schaffenskrise beiseite gelegt hätte. Es lag da - und hat uns mit tränenden Augen zugewinkt. Das ist schon nicht schön.

    "Rechtfertigen" möchte ich auch nichts. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich das müsste. Aber ich lege Wert darauf, ehrlich mit den Lesern umzugehen. Oder überhaupt in der Geschäftswelt. Daher hatte ich einfach das Gefühl, ich müsste mal erzählen, wie es laufen kann.
    Es ist sehr unterschiedlich, wie einzelne Menschen mit solchen Verschiebungen umgehen. Die einen sagen: "Brauch ich nicht. Ich hab auch Zeit." Andere sind ungehalten. Andere wittern Verschwörungen. Wieder andere sind einfach enttäuscht. Und natürlich versuche ich, allen gerecht zu werden. Wohl wissend, dass ich das nicht kann und im schlimmsten Fall immer die negativste Interpretation in die Welt geht. *G* Aber das ist ja nun überall so, egal, ob es um Beruf, Familie, Freunde oder das heimatliche Dorfumfeld geht. (Und selbst Großstädte werden zum Dorf, wenn es um solche Sachen geht. *lach*)

    Sonne, Sommer, Postbote. Ja. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Nachdem ich mich endlich an die Sonne gewöhnt hatte und mein Garten in voller Blüte steht, haben wir 20 Grad - was ich persönlich erst mal nicht schlimm finde - und Schwüle. Pfui. Na, vielleicht erholt sich jetzt die ausgedörrte Wiese. Die Nachbarskühe fressen schon "Stroh".

    LGLG
    Raik

  • #5

    Lizzi (Freitag, 30 Juni 2017 18:38)

    Oh mein Gott, wie es scheint, hast du mit Opiumschwaden tatsächlich irgendwelche Geister beschworen. Laut Cursed läuft nicht mal jetzt alles rund. Ich bin mal gespannt, ob sich das irgendwann beruhigt, oder ob wir sicherheitshalber vielleicht mal irgendwas ausräuchern sollten ;)
    Ich geb fürs erste die Hoffnung nicht auf! *lach*

  • #6

    Raik (Freitag, 30 Juni 2017 20:54)

    Hi Lizzi,

    ja, es ist wirklich ... ja. Mir fehlen seit heute Nachmittag echt die Worte. Ich meine, ich warte den ganzen Morgen auf die Post. Dann taucht das verflixte gelbe Autolein endlich auf, ich springe freudestrahlend und auf Socken in den Hof, um das Paket entgegen zu nehmen ... und sie reicht mir einen Brief.
    Ich: "WAS? Kein Paket?" Mit totaler Panik in der Stimme.
    Sie (kleinlaut): "Wir haben heute keine Pakete dabei. Das Förderband im Paketzentrum ist kaputt."
    Ich: "AAAAAAAAAAAAARGH!"
    Ich habe die arme Frau dann natürlich aufgeklärt, dass das jetzt nicht wirklich gegen sie gerichtet ist. Dass das Paket eigentlich sowieso per UPS kommen sollte und nicht per DHL. Und überhaupt, das wir schon ewig warten.
    Und nachmittags dann die ersten Mails, dass die Leser sich MORGEN auf die Bücher freuen. Bis festgestellt wurde, dass das System Versandbestätigungen verschickt hat, obwohl die Ware noch nicht mal bei mir zum Signieren da ist. Argl!!!
    Aber wir werden's überleben. Müssen wir ja. *stöhn*

    Ich wünsch dir was!

  • #7

    Mischka (Freitag, 14 Juli 2017 23:39)

    Juchu! Vorgestern konnte ich "Opiumschwaden" von meiner Packstation abholen. Ich freue mich wahnsinnig (Ha, " Küss mich, Wahnsinn" �), diesen unendlich lang ersehnten Roman in meinen Händen halten zu können. Und dann noch versehen mit dem sehr passenden Zitat aus einer meiner Lieblingsballaden. Droste-Hülshoffs Knabe, der sich auf seinem Gang durchs Moor ängstlich an seine Fibel klammert, hat ja durchaus ein paar Ähnlichkeiten mit dem Angsthasen Benjamin, der aber letztlich doch ganz schön mutig ist. Vielen Dank, dass du das Projekt trotz der tausend Hindernisse und dem möglichen Fluch, der über ihm zu liegen schien, nie aufgegeben hast. Ich freue mich nun darauf, mit Benjamin und Kobold meine ersten Ferientage zu verbringen.

  • #8

    Raik (Sonntag, 16 Juli 2017 17:41)

    Hallo Mischka,

    oh, du hast ein Droste-Hülshoff-Exemplar. Ich mag das Gedicht auch sehr gerne. Meine Grundschullehrerin hatte einen Spleen dafür und meinte, dass wir das in der vierten Klasse schon interpretieren sollten. *G* Seitdem "hängt" es irgendwie in meinem Kopf fest. Und ja, ich finde auch, dass ein bisschen von der Stimmung - hoffentlich! - in das Buch eingeflossen ist. =)
    Zu dem Fluch: Ich erwäge eine Umtaufung in "Don Quixote im Moor". *G*
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen und noch mehr Freude im Urlaub,

    lg
    Raik

  • #9

    Krümel (Sonntag, 16 Juli 2017 20:11)

    Schön zu wissen, daß die Bücher endlich unterwegs sind. Da besteht also doch noch Hoffnung (die ich zwischendurch schon verloren hatte) ! Bei meinem Buchladen ist es nämlich bislang noch nicht angekommen... :-(

  • #10

    Raik (Sonntag, 16 Juli 2017)

    Hallo Krümel,
    das tut mir schrecklich leid zu hören. Da kann ich gerade auch gar nichts zu sagen. Ich weiß nur, wann die Signier-Ausgaben bei mir waren. Wann die dann über die unterschiedlichen Stufen zwischen Verlag und Endhändler gegangen sind und welche Wege sie genommen haben - mit Grosshändler oder ohne zum Beispiel -, ich habe nicht die geringste Ahnung.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du mich wissen lässt, wann du es bekommen hast. Einfach, um mal zu verfolgen, warum welcher Weg wie schnell oder langsam ist.
    Ansonsten drücke ich dir natürlich feste die DAumen. :/

    GLG
    Raik

  • #11

    Gast (Montag, 24 Juli 2017 03:15)

    Hallo,

    danke für den Einblick in die lange Reise von "Opiumschwaden", welches leider noch immer nicht den Weg zu mir gefunden hat. Ich hatte es auf Amazon vorbestellt, sobald der Erscheinungstermin feststand, erhalte seitdem aber nur kryptische Nachrichten im Sinne von "leider können wir Ihnen noch keinen Liefertermin nennen".
    Mittlerweile bin ich amüsiert von dieser auffälligen Anhäufung von Pech und halte das mit dem Fluch für durchaus möglich!
    Ich hatte die Geschichte damals noch auf FF verfolgt und bin wirklich neugierig auf das Ende, habe mich aber mittlerweile damit abgefunden, dass es wohl nicht sein soll (auch wenn ich doch hoffe, dass es irgendwann noch mal ankommen wird).
    Trotzdem danke für die Geschichte, ich habe sie als sehr spannend in Erinnerung und weiß all die harte Arbeit dahinter zu schätzen.

    Alles Gute weiterhin (und hoffentlich keine weiteren Pannen)!

  • #12

    Raik (Montag, 31 Juli 2017 19:22)

    Hallo Gastbesucher. =)

    Oh bitte nicht das böse Wort mit P erwähnen. Bei "Panne" werde ich inzwischen echt grün. Nachdem ich anfangs immer sehr angespannt wegen der Pannen war und dann irgendwann "zen" wurde, bin ich jetzt allmählich richtig ungehalten, wenn ich höre, dass es immer noch Probleme gibt. (Natürlich nicht auf die Leser, die das erzälen, sondern ... aufs Schicksal. Manchmal glaubt man fast, da sitzt irgendwo ein Kobold - haha - und sabotiert die ganze Sache. Wahrscheinlich schlechtes Karma aus irgendeinem Leben von mir.
    Ich hoffe jetzt wirklich sehr, dass das verflixte Buch inzwischen da ist. Hmpf.

    GLG
    Raik

  • #13

    Krümel (Freitag, 04 August 2017 13:30)

    Hallo Raik!

    Nun kommt wie gewünscht mein Erfahrungsbericht:

    18. Juni – Bestellung im Onlineshop meines Buchladens (bestand aus mehreren Büchern, auch des gleichen Verlags, das andere war auch wie versprochen am nächsten Tag abholbereit, Bestellung ist also definitiv sofort beim Großhändler gelandet)
    23. Juni – Erscheinungsdatum laut Verlag
    ab ca. 27. Juni – sehnsüchtiges Warten
    nach ca. 3 Wochen tel. Anfrage im Buchladen, ob es vielleicht doch schon angekommen ist und ich nur die Benachrichtigungsmail übersehen habe - Antwort negativ. Folge: ich denke darüber nach, ob das Buch vielleicht doch nur ein Gerücht ist (Fake News sind ja so in!) oder sämtliche Auslieferungsfahrzeuge im Graben gelandet oder der Verlag in Flammen aufgegangen sind
    27. Juli – gefrustete Mail an Verlag „Wo bleibt mein Buch???“ – Antwort: alle Bestellungen wurden längst ausgeliefert
    27. Juli – Antwort des Verlags an Buchladen geschickt mit der Bitte um Klärung
    28. Juli – Buchladen ruft beim Großhändler an, Antwort: ihm wurde das Buch für Mitte der folgenden Woche angekündigt (hm, paßt nicht unbedingt zur Antwort des Verlags…)
    3. August – EIN WUNDER!!!! Buch ist im Buchladen angekommen und wird umgehend von mir abgeholt!!!

    Jetzt meine Frage: wie lautet der Schutzzauber, den ich dringend anbringen muß, bevor dieses offensichtlich irgendwie verhexte Buch weiteres Unheil bewirken kann?!? Denn das kann ja nun wirklich nicht mit rechten Dingen zugehen: es fehlt genau ein Tag an sechs Wochen zwischen Erscheinungsdatum und Ankunft beim Kunden, trotz rechtzeitiger Vorbestellung, und es handelt sich auch nicht um ein signiertes Exemplar, also hätte es doch am Erscheinungstag (oder sehr kurzfristig darauf) an den Großhändler gehen können, der dann ja tatsächlich nur einen Tag brauchte, es an den Laden weiterzuleiten. Ich hätte erwartet, daß ich es innerhalb einer Woche in Händen halte und nicht erst nach sechs!!! Meine arme Buchhändlerin tut mir leid, so viel wie ich sie genervt habe – ich fürchte, es ist kein gutes Zeichen, daß sie mich schon mit Namen begrüßt…

    Uff, so, also nun bitte Schutzzauber aktivieren – kannst Du gerne auch aus der Ferne erledigen J – ich verziehe mich für das Wochenende auf’s Sofa

    - „Bitte nicht stören“-Schild hinhäng -

    Lieben Gruß,
    Krümel

  • #14

    Raik (Montag, 07 August 2017 11:33)

    Alter Falter ...
    Eh. Ja.

    Hallo Krümel und vielen lieben Dank für diesen umfassenden Bericht. Ich überlege gerade, wie ich mir jetzt einen lustigen Schutzzauber aus den Finger saugen soll. Aber ehrlich? Ich bin total konsterniert und mir fällt gerade GAR nichts mehr ein. Klar, wir haben gewitzelt, dass das Buch verflucht ist. Aber das geht GAR nicht. Es tut mir irrsinnig leid, egal, wo es jetzt überall am Ende gehakt hat und wo nicht und wer da wann was vermurkst hat oder auch nicht. Das ist ein Unding...

    Raik, vollkommen sprachlos

    PS: Pollen in Kleidung und Motten im Nagerfutter und üblen Geruch in Büchern kann man vertreiben, indem man das Produkt einfriert. Vielleicht wirkt das ja ...