Rückblicke, Einblicke, Ausblicke April 2018

Hallo, zusammen, 

 

da wären wir also wieder. Der halbe April ist rum, und ich kann ein bisschen was Neues erzählen. 

 

Fangen wir bei den "offiziellen" Sachen an: Ich habe Anfang des Monats meinen neuen Roman beendet. Er wird den Titel Find me, keep me tragen. Die Interessierten unter euch dürfen sich das also gern schon einmal merken. ;) 

Schon viele Autoren haben in der Vergangenheit davon erzählt, wie schmerzhaft es sein kann, ein Buch zu beenden. Mir geht das nicht anders. Natürlich freut man sich, wenn man das Wörtchen "Ende" unter das Manuskript setzen kann. Doch man verabschiedet sich auch. Man lässt lieb gewonnene Protagonisten ziehen. Das ist nicht immer ganz leicht, nachdem sie einen so lange begleitet haben. 

Allerdings stellte ich zunehmend fest, dass sich meine Sichtweise auf diesen Prozess verändert hat. Ich habe nicht mehr unbedingt das Gefühl, dass meine Reise mit den Charakteren zu Ende ist. Es fühlt sich eher danach an, als würden wir einen Berggipfel erreichen. Und von dem muss man natürlich auch wieder runter. (Wer will schon neben dem Gipfelkreuz versauern?) Heißt: es folgt der Abstieg. Der ist weniger anstrengend, aber dadurch kann man sich viel mehr mit der Landschaft beschäftigen. Man nimmt mehr wahr, wenn man nicht aus dem letzten Loch pfeift. 

Diese Abstiegsphase, das ist das Warten auf das Go des Verlags, die Überarbeitung, die letzte Prüfung der Daten und dann endlich die Veröffentlichung und alles, was diese nach sich zieht. 

An dieser Stelle kommen natürlich auch die Leser ins Spiel mit ihren lieben Mails, Rückmeldungen auf Portalen oder in den sozialen Medien. Oder natürlich auch persönlich, wenn ich dann mal dazu komme, euch zu sehen.

Vielen Dank an dieser Stelle alle miteinander. Ich weiß, ich habe noch nicht alle Mails beantwortet, aber das kommt noch. 

 

Für die nächste Woche heißt es für mich fremdwildern. Will sagen, ich werde mit einem Fremdprojekt beschäftigt sein. Das passt mir ganz gut, denn ich habe in der Vergangenheit festgestellt, dass mir eine Pause zwischen den einzelnen Büchern gut tut. Und ehrlich, nachdem ich die letzten zwei Wochen damit verbracht habe, das Manuskript abgabebereit zu machen, will ich meine eigenen Jungs auch irgendwie gerade nicht sehen. *g*

 

Danach heißt es "Auf ins Abenteuer". Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ich mich auf Ciaran und Kjell freue - für die, die sie nicht kennen: Das sind die beiden Hauptprotagonisten aus meinem Historienroman Das Würfelspiel der Götter. Ich habe neulich festgestellt, dass ich das erste Kapitel dieser Geschichte im Juni 2009 online gestellt habe. Holy shit!

Es wird also wirklich Zeit, dass diese Reise endet. Zumal ich noch keine Ahnung habe, wie lang das Monster wird und was die Leserwelt jenseits von FF.de davon halten mag.

Ist es jetzt gut für mich, dass in den Jahren danach "Nagron" aus der Serie Spartacus eine Menge sexy Aufmerksamkeit erzeugt haben? Oder ist das gerade schlecht, weil keiner mehr was von Römern und der Antike hören will? Man wird sehen - sprach der Blinde.

Kommen wir zu etwas anderem, das zumindest teilweise in den Privatbereich fällt. 
Habt ihr schon mal von Bullet Journals gehört? Ich bis vor kurzem nicht. Nun bin ich aber darauf gestoßen und muss sagen: Endlich mal ein Trend, der mir genau das bietet, was ich brauche.

Um kurz aus dem Nähkästchen zu plaudern: Selbstständig zu sein, ist was Tolles. Man teilt sich seine Zeit frei ein, man bestimmt die Arbeitsauslastung selbst, man kann sogar die Notbremse ziehen, wenn einem alles zu bunt wird. (Immer geht das natürlich nicht. Irgendwie müssen ja die Rechnungen bezahlt werden, nä?)

Aber das Ganze hat eine Schattenseite: die Organisation und zumindest in meinem Fall die andauernde Frage, ob ich genug gemacht habe. Besonders, weil bei mir nun auch noch die Versorgung von Haus und Grund und Viecherei dazukommt und ehrlich, was ich für Haushaltsführung halte, lässt Generationen von fleißigen Hausfrauen in ihren Gräbern rotieren. 

In meinem Leben gibt es keine vorgeschriebene Struktur. Ich muss nicht um X Uhr aufstehen, damit ich um Y Uhr auf der Arbeit sein kann. Und als Futterschlonz, der nicht mal geregelte Essenszeiten auf die Reihe bekommt, fehlt auch diese Konstante. 

Meine Konsequenz daraus war bisher, dass ich mit einer Unmenge Listen auf meinem Handy rumgerannt bin. Listen mit Abgabeterminen und für das tägliche Arbeitspensum, Listen fürs Einkaufen, Listen für den Blog und andere Social-Media-Dinge, Listen für meine Fotos und wer sie haben will, Listen für Bücher, die ich noch in Lovelybooks eintragen will, Listen für Sport, meine Gewichtsentwicklung, für meine verhassten Haushaltspflichten, kommende Geburtstage, Rezepte, die ich ausprobieren will, und so weiter und so weiter. 

Über den Tag habe ich dann immer darin rumgekritzelt und wusste abends nicht mehr, ob ich auf der Liste von heute oder auf der bin, die ich schon für den nächsten Tag vorbereitet habe. Und wo ist noch mal die Gartenliste für diesen Monat? Shit, schon wieder den Termin zur Aussaat der Petersilie verpasst. Ätzend! 

 

Nun kommt das Bullet Journal ins Spiel. Es handelt sich dabei schlicht um ein Notizbuch, das man nach eigenen Bedürfnissen gestaltet und zum persönlichen Kalender ausbaut. Man kann sich ganz klassisch Notizen machen, aber eben auch individuelle Tages-, Monats- und Wochenstrukturen aufbauen, Termine und Ideen festhalten, aufschreiben, wo man am Urlaubsort hinmöchte, sich einen Graph für die Diät eintragen, seine Lesegewohnheiten festhalten, Sport-Challenges dokumentieren. Alles ist möglich.

Zum einen finde ich es unglaublich entspannend, mal wieder mit der Hand zu schreiben und von den ganzen Bildschirmen wegzukommen. Zum anderen sehe ich nun klarer, was ich über den Tag geschafft habe, was noch fehlt und vor allen Dingen auch, wann es einfach mal genug ist. 

Und ganz wichtig: Ich vergesse/verschiebe nicht dauernd die Aufgaben, die mir am meisten auf den Keks gehen. *hust*

 

Jetzt sehe ich abends ganz deutlich, ob ich heute die Katzenklos gemacht habe oder ob das doch gestern war. Ob ich daran gedacht habe, meine Vorzucht auf den Fensterbänken zu gießen und die verflixten Jeans zu waschen.

 

Viele Fans des Bullet Journals sind zudem noch ausgesprochen kreativ, sodass ihre Bücher wunderschön gestaltet sind. Das liegt mir nun leider nicht im Blut. Versucht habe ich es natürlich trotzdem. (Deshalb gibt es auch keine Innenansicht. Hrhrhrhr.)

Long story short: Ich bin angefixt. Und sehr happy mit dem System. Auf einmal habe ich viel mehr Zeit und trotzdem das Gefühl, einen Überblick über meine "Leistungen" zu haben. Für jemanden, der eine sehr laute "Du bist ein faules Stück"-Stimme hat, ist das ein Segen.

 

So weit für heute, ihr Lieben. Ich habe noch drei Feuerdorne und einen Weißdorn in den Boden zu bringen. Und einen Teich zurückzuschneiden und ein Beet zu entkrauten. Danach ist für mich Wochenende. Hah! Struktur for the world! 

Ich wünsche euch allen was. Vor allen Dingen Sonne. Die fehlt mir nämlich gerade am meisten. *seufz* 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Piccolo (Montag, 16 April 2018 10:44)

    Hey Raik,

    wieder einmal ein großes Dankeschön, dass du uns mit diesen Einträgen an deinem Leben und den Projekten teilnehmen lässt.

    Ich bin gespannt auf das neue Buch im Sommer und lass mich überraschen.

    "DAS WÜRFELSPIEL DER GÖTTER" Ich bin ja so aufgeregt und freue mich riesig. Mir völlig egal wie lang es wird, ich muss es haben. So ein schöner Schuber wie bei "Chaosprinz" würde sich bestimmt ganz toll machen^^

    Von diesem Journal habe ich noch nie gehört und habe mal etwas gegoogelt. Das was ich gelesen habe, finde ich sehr gut. Endlich mal wieder etwas ganz ohne Technik, mit der die wenigstens eh nicht umgehen können oder sie verstehen. Ich liebe das gute alte Papier.

    Ganz viele und sonnige Grüße
    Piccolo

  • #2

    Piccolo (Montag, 16 April 2018 11:27)

    Mir schwirrt ein Gedanke im Kopf herum, den ich jetzt einfach mal mitteilen muss.

    Ich weiß ja, dass dein neuer Contemporay-Roman in Dortmund spielen wird und rein gar nichts mit "Leben im Käfig" und "Nach der Hölle links" zu tun hat. Aber es wäre so toll, wenn Andreas, Sascha und Triton mal ganz kurz durchs Bild huschen könnten.

    LG Piccolo

  • #3

    Raik (Montag, 16 April 2018 11:40)

    Huhu Piccolo,

    ganz schnell und fix, weil ich gerade ein Päuschen mache:
    Ich bin auch wirklich sehr gespannt, was das mit den Würflern gibt. Ich kann es mir gerade noch gar nicht so genau vorstellen. Ich habe mich auch noch nicht getraut, das Zeug durchzurechnen. *hust*

    Wie man an dem Eintrag sicher merkt: Ich finde die Journals wirklich Bombe. Ich hatte gestern wirklich das Gefühl, dass ich mir den Sonntag "nehmen" darf, weil alles in der Tagesliste und der Wochenliste erledigt war. Ich hatte FREI. Also sind wir zu einer Gartenausstellung gefahren und haben viel zu viel Geld ausgegeben und ... Moment, vielleicht hätte ich doch besser arbeiten sollen? *lach*
    Ne, mal im Ernst: Mir hilft es enorm. Und ich hatte schon immer eine Leidenschaft für schöne Notizbücher und Stifte. Im Grunde ist das Bullet Journal wie eine Rückkehr zu den Tagebüchern, die ich bis Mitte 20 etwa geführ habe.

    Und was deinen zweiten Eintrag angeht: *GRINS* Du kennst mich schon viel zu lange. ;)

    GLG
    Raik

  • #4

    Anita (Montag, 16 April 2018 21:00)

    Hallo Raik,

    es freut sicherlich nicht nur mich, dass Du mit dem Schreiben so fix bist :). Der Sommer ist ja nicht mehr ganz so weit, fast schon Vorbestellzeit für das neue Buch.
    Das Würfelspiel der Götter, dazu brauch ich nix mehr schreiben, auf DIE BÜCHER freue ich mich riesig und je mehr Seiten, umso besser :).

    Gutes Gelingen bei Deiner Arbeitseinteilung und viel Spaß beim Buddeln, Pflanzen und Sonne genießen im großen Garten.

    Liebe Grüße
    Anita

  • #5

    Raik (Dienstag, 17 April 2018 10:06)

    Hallo Anita,

    ich bin zurzeit tatsächlich gut dabei. Ein bisschen übermotiviert oder so. Oder einfach mit guter Zeitplanung gesegnet. Zumal ich mich wie ein Schnitzel darauf freue, demnächst wieder draußen zu arbeiten. Heute Abend wird der Tisch auf die Terrasse gewuchtet! Dann geht es los. (An dieser Stelle Bewunderung allen Kollegen, die in verkorkster Haltung auf dem Liegestuhl tippen können, das kriege ich irgendwie nicht koordiniert.)

    Herzliche Grüße gen Norden
    Raik